Meine Geschichte

Ich will hier gar nicht lange drum herum reden und es gibt auch keine Wörter, die das Ganze schöner machen könnten. Als ich 16 war, habe ich einen Mann kennengelernt, ihm vertraut und es wurde mir gedankt, indem er mich vergewaltigte. Diese Nacht veränderte mein Leben, aber anstatt mit den Menschen zu sprechen, die mir nahe waren, ging ich am Morgen danach einfach zur Schule. Weder meine besten Freundinnen noch meine Eltern, ich wollte es keinem sagen. Ich wollte einfach so tun, als sei es nie passiert. Und ich dachte das geht so einfach, indem man es einfach totschweigt.

Aufgrund eines Schmerzes im Herz landete ich im Krankenhaus und als die Ärzte nichts feststellen konnten, schickten sie mich zum Abschlussgespräch zu einer Psychiaterin. Ich konnte nicht verbergen, dass es mir nicht sonderlich gut ging, aber mir gelang es, scheinheilige Ausreden wie Stress mit Mutter und Bruder, Stress in der Schule und und und vorzuschieben. Ich zog mich immer mehr zurück, um nicht zu riskieren, dass jemand erahnen konnte, was mit mir los war. Ich hatte eine solche Angst davor, wie mein Leben weitergehen würde, wenn es alle wüssten, dass ich lieber Freundschaften opferte und mich von jeglicher Nähe lossagte, als mich jemandem anzuvertrauen. Und ich zog mich nicht nur von Freunden zurück, sondern ich kompensierte meine Einsamkeit, indem ich mich immer wieder mit neuen Menschen traf. Diese konnte ich über die innere Leere hinwegtäuschen und kamen sie mir emotional gesehen zu nahe, so stieß ich sie wieder weg. Kamen mir Männer körperlich zu nahe, so sagte ich oft nicht nein, aus Angst, auch sie könnten es wieder übergehen.

Mein Selbstwertgefühl schwand von Mal zu Mal und während ich früher ein Mensch war, der absolut gern im Mittelpunkt stand, versuchte ich jetzt viel eher nicht aufzufallen. Ich passte mich an und versuchte einfach „unsichtbar“ zu sein. Während ich früher Werte wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit ganz groß schrieb, bekam ich es nun einfach nicht mehr hin, diesen Ansprüchen an mich selbst gerecht zu werden. Selbst eine tägliche Routine mit Zähne putzen, duschen überforderte mich oft und ich bekam es immer grade so hin, dass ich den Schein nach außen hin wahren konnte.

Mein Ehrgeiz, der früher in einer guten Balance zu meiner Willenskraft stand, fraß mich fast auf, denn ich konnte meine Erwartungen an mich einfach nicht zurückschrauben, sondern scheiterte in meinen Augen tagtäglich an scheinbar lächerlichen Anforderungen. Nach der Schule zog es mich erst nach Australien, aber ich traute mich dann nicht und zog letztendlich nur nach Baden Württemberg. Nach und nach realisierte ich, was ich mir die letzten Jahre angetan hatte und über gescheiterte Beziehungen und verlorene Freundschaften wurde mir endlich bewusst, dass es leider nicht ausreichte so zu tun, als sei es nie geschehen. Ich würde das Thema angehen müssen, wenn ich jemals wieder so leben wollte, wie ich es davor konnte.

Hier könnt ihr mehr über meinen Wendepunkt erfahren und im Blog erzähle ich über Erfahrungen, die mir geholfen haben, mir mein Leben wieder zurück zu holen, sowie über Wendepunkte anderer Menschen, die ebenfalls ein traumatisches Erlebnis verarbeitet haben.

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